
Römer 4, 18.22-25
„Es geht doch ums Prinzip!“ und: „Alles andere ist doch egal.“ So habe ich das schon oft in Streitgesprächen gehört und auch selber gesagt. Es geht ums Prinzip,ums Große und Ganze. Und deshalb ist das Prinzip auch ein Ass im Ärmel, das sticht.
Wer von Gott spricht, der wird schnell prinzipiell, und Paulus spricht über Gott. Über Gott und was Paulus sich von ihm erhofft. Nämlich, dass Gott ihn recht anschaut, dass Gott sagen kann: Den Paulus, den finde ich gut, so wie er ist. Der Bibelkenner Paulus sagt: Es ist Gottes großes Prinzip, es so zu machen, denn Gott hat das schon bei Abraham so gemacht und bei uns macht er das dann auch so. Dabei kommt es nicht darauf an, was wir alles Tolles geleistet haben, sondern darauf, ob wir Gott das auch zutrauen, dass er uns gut finden kann. Nicht Gott versagt uns einen guten Blick auf uns selbst – wir selbst schauen uns viel zu oft schlecht an! Vielleicht, weil wir keine Hoffnung haben, dass aus uns noch etwas werden kann.
Es scheint das Prinzip Gottes zu sein, alles zu tun, um uns davon zu überzeugen: Wir sind recht, so wie wir sind! Und dafür macht er sich auch ganz klein, so dass es sich jeder Mensch - auch die kleinen und jungen - zu eigen machen kann. Und dass es hoffentlich auch diejenigen annehmen können, die sich selbst klein machen: Ich bin von Gott geliebt.
Wer das Prinzip groß machen will, der haut bei einem Streitgespräch auf den Tisch und zieht sein Ass aus dem Ärmel. Gottes Prinzip hingegen kommt ganz klein und ohnmächtig daher, aber umso mächtiger, wenn man ihm vertraut. Da ist dann alles andere egal, denn Gott findet mich gut.

