Als Jesus weiterging, sah er einen Mann namens Matthäus am Zoll sitzen und sagte zu ihm: Folge mir nach! Da stand Matthäus auf und folgte ihm. Und als Jesus in seinem Haus beim Essen war, kamen viele Zöllner und Sünder und aßen zusammen mit ihm und seinen Jüngern. Als die Pharisäer das sahen, sagten sie zu seinen Jüngern: Wie kann euer Meister zusammen mit Zöllnern und Sündern essen? Er hörte es und sagte: Nicht die Gesunden brauchen den Arzt, sondern die Kranken. Darum lernt, was es heißt: Barmherzigkeit will ich, nicht Opfer. Denn ich bin gekommen, um die Sünder zu rufen, nicht die Gerechten.
Matthäus 9, 9-13
Matthäus 9, 9-13

Quelle: unsplash/Justin Luebke
Jesus isst zusammen mit Zöllnern und Sündern. Schön für die. Mein erster Gedanke: Zu Zöllnern und Sündern gehöre ich nicht. Das sind andere. Auch ein Pharisäer bin ich natürlich nicht. Oder? Ich möchte schon, dass sich Jesus mir zuwendet, aber zu dieser Gruppe von Zöllnern und Sündern möchte ich dann doch nicht gehören.
Aber gehöre ich da wirklich nicht dazu? Wenn ich mein Leben genau anschaue, dann habe ich doch viel gemeinsam mit beiden Gruppen. Mit den Zöllnern: Kann ich wirklich so großzügig spenden, wie ich es eigentlich für richtig halte? Oder hänge ich nicht auch an eigenen Wünschen? Mit den Sündern: Wie oft gibt es Momente in meinem Leben, in denen ich nicht auf das schaue, was Jesus möchte, sondern auf das, was ich will. Wenn ich es recht bedenke, dann bin es doch ich, die Jesu Zuwendung und seine Barmherzigkeit braucht. Die einen Arzt braucht und eigentlich auch will. Ich will, dass sich Jesus mir zuwendet, dass er barmherzig mit mir ist und mich heil macht – mein Leben heil macht.
Jesus fordert mich ganz persönlich zur Umkehr auf. Ich soll barmherzig sein, wie er barmherzig mit mir ist, aber muss für ihn keine Opfer bringen. Was ich mache, kann ich machen, weil sein Heiliger Geist mich erfüllt und Gutes in mir bewirkt. Dann kann ich es aus Liebe machen und nicht aus Opferwille. Weil ich es nicht selbst wirken muss, sondern der Heilige Geist es in mir wirkt. Jesus nimmt mich an mit all den Fehlern, die ich mache. Mit meiner Sünde und meiner Selbstgerechtigkeit. Und er vergibt mir. Wie wohl tut es, wenn er mein Arzt ist, wenn er sich um mich kümmert, mich liebt.

