
Matthäus 14,27-31
Einfach so aussteigen und sich womöglich ins Bodenlose führen lassen? Einfach so aus dem Boot steigen, weil er es sagt?
„Komm“, sagt Jesus. „Hab Vertrauen.“
Komm, sagt sie. Komm mit und du wirst sehen, sagt er. Sie lieben sich. Sie vertrauen darauf, dass beide es auch so meinen, wie sie es sagen.
„Ich bin es“, sagt Jesus.
Ja, wenn du um dich weißt, wenn du dir deiner Liebe sicher bist, dann lasse ich mich ein. Ich vertraue dir mit ganzem Herzen. Denn deine Liebe trägt mich über jedes Wasser und alle Schwankungen des Ungewissen. Ich verlasse mich auf dich, weil du du bist. Ich glaube. Ich erkenne in dir die Liebe Gottes, die ausgegossen ist in unsere Herzen, auf alle Zeiten hin.
Unser Lieben nährt sich gegenseitig. Im Lieben trauen wir uns, ins Risiko des Lebens einzutauchen, miteinander, mit unseren Kindern, mit unseren unvorstellbaren Entscheidungen, mit allem Offenen, auf Zukunft hin.
Aber wenn es doch anders kommt? Da ist der Gegenwind. Was ist, wenn wir uns nicht verstehen? Wenn ich mir unsicher werde? Wenn du anders bist als ich es mir wünsche? Wenn ich Angst bekomme vor meiner eigenen Courage? Wirst du mich halten? Wirst du zu mir stehen? Wird uns das Unglück verschonen? Werden wir uns wieder finden, wenn ich nur noch schreien kann?
Ich hoffe und glaube. Ich strecke dir schreiend meine Hand entgegen. Unser Lieben geht tiefer. In der versagenden Angst vor dem Untergang glauben wir schreiend aneinander.
„Ich bin es, habt Vertrauen, fürchtet euch nicht.“

