Herr, nun lässt du deinen Diener in Frieden fahren, wie du gesagt hast;
denn meine Augen haben deinen Heiland gesehen,
das Heil, das du bereitet hast vor allen Völkern,
ein Licht zur Erleuchtung der Heiden und zum Preis deines Volkes Israel.
Lukas 2, 29-32
Ein alter Mann darf, alt und lebenssatt, vor seinem Sterben sagen, dass er nun in Frieden gehen darf. Es ist Simeon.
Das, was ihm Frieden bringt, ist der neugeborene Jesus auf seinem Arm. Er drückt es in einem Gebet an Gott so aus: „… denn meine Augen haben deinen Heiland gesehen.“ Simeon sieht ein Licht, das ihn erleuchtet. Aber nicht nur ihn, sondern auch alle, die davor gar nichts von Gott gewusst haben.
Erleuchtung ist etwas, wonach in unserer Zeit viele Menschen suchen. Simeon hat sie kurz vor seinem Lebensende gefunden: in Jesus.
Ganz nahe an seinem Herzen hält er auf seinem Arm diesen Schatz, seinen Heiland. In einer Strophe von dem Lied „Zu Bethlehem geboren“ von Friedrich Spee, die leider nicht im Evangelischen Gesangbuch abgedruckt ist, heißt es:
Dich wahren Gott ich finde
in meinem Fleisch und Blut;
darum ich fest mich binde
an dich, mein höchstes Gut.
Eia, eia, an dich, mein höchstes Gut.
in meinem Fleisch und Blut;
darum ich fest mich binde
an dich, mein höchstes Gut.
Eia, eia, an dich, mein höchstes Gut.
Die innige Herzensverbindung mit Jesus, ist das, was Simeon Frieden schenkt. In unserer friedlosen Zeit ist das für uns ein nachahmenswertes Beispiel: sich Jesus zu Herzen zu nehmen. So sehr ihn sich zu Herzen zu nehmen, dass er eingeht ins eigene Fleisch und Blut.
Ich wünsche uns, dass wir erkennen, wo das Licht Jesu uns aufscheint: wo Frieden sein kann, Liebe und Barmherzigkeit, nicht nur jetzt in den Weihnachtstagen, sondern an allen Tagen.
Ein Beitrag von Sabine Löw, Pfarrerin in der Kirchengemeinde Stuttgart-Vaihingen in der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, für Advent-Online, dem ökumenischen Adventsangebot der evangelischen und katholischen Kirchen in Baden-Württemberg.
