Was bringt’s?

„Was soll das bringen?“ Auch schon mal gehört? Ein oft verwendeter Satz, wenn Änderungen vorgeschlagen werden, die notwendig und schmerzhaft sind.  

Dann ging er in den Tempel und begann,
die Händler hinauszutreiben. Er sagte zu ihnen:
In der Schrift steht: Mein Haus soll ein Haus des Gebetes sein.
Ihr aber habt daraus eine Räuberhöhle gemacht.
Lukas 19,45-46
 
 
 
„Was soll das bringen?“ Auch schon mal gehört?
Ich muss dann schon sehr überzeugt sein, ein Vorhaben trotzdem durchzuziehen. Zum Beispiel weniger Auto zu fahren, um die Umwelt zu schonen. „Was soll das bringen?“ ist einfach ein Totschlagargument. Oder nein, eben nicht. Es ist kein Argument. Argumente und Gegenargumente ließen sich austauschen. Aber wer diese Frage stellt, fühlt sich überlegen. Kann vermeintlich in die Zukunft schauen.
Meint zu wissen, was passieren wird.

Ich bin froh, dass schon viele vor mir ihre Vorhaben durchgezogen haben. Sich eingesetzt haben für andere Menschen, ein gerechtes Miteinander, die Umwelt. Und ich bin froh, dass Jesus sein Vorhaben durchgezogen hat. „Was soll es schon bringen, im Tempel ein paar Tische umzuwerfen?“ Mich würde es nicht überraschen, hätte ihn das jemand gefragt. Aber er hat sich nicht abbringen lassen. Er hatte eine Botschaft. Und er war sich sicher, dass es welche geben wird, die sie hören werden. Die sie verstehen werden. Deren Leben sich dadurch verändern wird.

Also ist er losgezogen. Hinein in den Tempel. Den Ort, an dem Menschen Gott Tiere geopfert haben, um mit ihm verbunden zu sein. Dafür brauchte es Händler, die Opfertiere verkauften. Für Jesus war im Tempel aber das Gebet wichtig. Für ihn war beten der beste Weg, um mit Gott verbunden zu sein. Letztlich auch, um Gott um Vergebung zu bitten. Deswegen hat er die Händler aus dem Tempel getrieben.

Wie ist es bei Ihnen? Ich bete häufiger, als ich opfere. So gesehen hat es viel gebracht, dass Jesus im Tempel ein paar Tische umgeworfen hat. Die Frage „Was soll das schon bringen?“ soll mich deswegen nicht mehr stoppen. Denn Veränderungen beginnen im Kleinen.
 
Tobias Weimer
Evangelische Landeskirche in Württemberg
Beitrag aus dem Jahr 2017