Gut so!

Impuls für den 19.12.2019

In der ägyptischen Sklaverei ließ der Pharao alle männlichen Neugeborenen der Israeliten töten. Die Ägypter befürchteten, dass das Volk der Israeliten zu groß werden würde. Aber der Plan geht nicht auf …

Die Tochter des Pharao kam herab, um im Nil zu baden. Ihre Dienerinnen gingen unterdessen am Nilufer auf und ab. Auf einmal sah sie im Schilf das Kästchen und ließ es durch ihre Magd holen. Als sie es öffnete und hineinsah, lag ein weinendes Kind darin. Sie bekam Mitleid mit ihm und sie sagte: Das ist ein Hebräerkind. Die Tochter des Pharao nahm ihn als Sohn an, nannte ihn Mose und sagte: Ich habe ihn aus dem Wasser gezogen.

Exodus 2,5-6.10b

Quelle: Pixabay

Kinder können die Welt verändern. Wo ein Kind geboren wird, fängt etwas ganz Neues an.

Die Welt ist ja ganz gewiss kein Paradies. Es gibt so viel Ungerechtigkeit und Elend, weil so viele nur für sich selber sorgen, für ihre Familie, ihr Volk. So bringt man uns das bei. Wir lernen, in anderen Konkurrenten zu sehen: Gegner, Feinde für die wir nichts übrig haben.

Aber dann geschieht etwas. Ein Kind schaut einen an. Damals ist es der Königstochter in Ägypten so gegangen. Eine Frau, die in allem denkbaren Luxus gelebt hat. Bestimmt fand sie das richtig so, schließlich war sie die Tochter des Gott-Königs. Alle anderen hatten ihr zu dienen. Erst recht die Hebräer, die als Sklaven im Land lebten. Vor denen musste man sich hüten, die galten als gefährlich.

Und dann sieht sie plötzlich dieses Hebräerkind in seinem Kästchen im Schilf. Sie begreift: Dieser kleine Mensch braucht mich. So ein Kind kann nur leben, wenn Menschen da sind, die es wärmen und nähren und für es sorgen. Die ihr Leben mit ihm teilen und ihm von dem geben, was sie haben. Vielleicht hat die Ägypterin schon da begriffen, was Jesus später immer wieder gesagt und gezeigt hat: Wenn Menschen von sich selbst weg die anderen sehen, dann sieht die Welt auf einmal anders aus. Dann sieht man, was zu tun ist. Dann spürt man, wie Leben gedeiht, wenn Menschen füreinander da sind.

Es hilft nichts, das immer nur zu predigen. Man muss es spüren. Und wer ein Kind sieht, der spürt: Dieses Kind ist angewiesen auf andere. Auf Eltern, auf seine Familie, vielleicht auf mich.

Ich glaube, deshalb ist Gott Mensch geworden. Ein Kind in der Krippe. Damit wir Menschen das begreifen: Nur, wenn wir füreinander da sind können wir leben. Wie gut, dass immer wieder Kinder geboren werden.

Datei zum Downloaden

Autor / Autorin

Quelle: Panzer Lucie

Lucie Panzer

Rundfunkpfarrerin SWR, Evangelischen Landeskirche in Württemberg

Bei Fragen zu den Impulsen wenden Sie sich bitte an: info@advent-online.de