Entgegen der Tradition, erhält der Sohn von Zacharias und Elisabeth nicht den Namen eines Familienmitglieds.
Am achten Tag kamen sie zur Beschneidung des Kindes und wollten ihm den Namen seines Vaters Zacharias geben. Seine Mutter aber widersprach ihnen und sagte: Nein, er soll Johannes heißen. Sie antworteten ihr: Es gibt doch niemand in deiner Verwandtschaft, der so heißt. Da fragten sie seinen Vater durch Zeichen, welchen Namen das Kind haben solle. Er verlangte ein Schreibtäfelchen und schrieb zum Erstaunen aller darauf: Sein Name ist Johannes. Im gleichen Augenblick konnte er Mund und Zunge wieder gebrauchen, und er redete und pries Gott.
Lukas 1,59-64

„Wie soll es denn heißen?“ fragen sich werdende Eltern und überlegen gut. Schließlich begleitet der Name den Menschen ein Leben lang, und die Auswahl ist groß.
Zu Jesu Zeiten war die Namensfindung einfacher. Kinder erhielten den Namen der Eltern, der Großeltern oder anderer Verwandter – eine Form der Erinnerung und Weitergabe an die nächste Generation, eine Tradition. Oft waren daran wohl auch Hoffnungen geknüpft – und Erwartungen. „Das Kind soll mal so werden, wie …“. Nun, es heißt nicht grundlos: „Der Name ist Programm!“
Bemerkenswert, wenn dieses „Programm“ anders ausfällt, als erwartet. Kein Name aus der Verwandtschaft, keine der üblichen Laufbahnen aus dem Umfeld. Gott sorgt für einen Programmwechsel, für andere Umstände. Denn Gott ist gnädig.
Schon die Umstände um die Geburt des Johannes herum zeigen das. Die als unfruchtbar geltende Elisabeth (ihr Name bedeutet: „Gott ist Fülle“) erlebt die Fülle Gottes: Sie wird gegen alle Erwartung doch noch schwanger. Dem Vater hat es zunächst vor Ungläubigkeit darüber die Sprache verschlagen. Aber Gott erinnert sich auch an ihn: Er schenkt diesem Zacharias („der Herr hat sich meiner erinnert“) die Sprache wieder. Diese Namen können nur deshalb zum Programm werden, weil mit Johannes ‚andere Umstände‘ einhergehen.
Johannes heißt: „Gott ist gnädig“. So lautet also das Programm für den späteren ‚Rufer in der Wüste‘. Johannes wird zur Umkehr rufen. Er wird Jesus taufen. Er wird Wegbereiter dieser Gnade sein. Johannes und Jesus – zwei Namen, die für andere Umstände stehen. Und ohne diese anderen Umstände würden wir heute nicht Christen heißen.

