Der Neue
Gedanken zum Tag, 1.12.2025
Eine Botschaft, bei der es um das Große und Ganze geht - eine Botschaft der Paradoxie, denn das Große und Ganze kommt vom Kleinen.
Denn ein Kind wurde uns geboren, / ein Sohn wurde uns geschenkt.
Die Herrschaft wurde auf seine Schulter gelegt. /
Man rief seinen Namen aus: Wunderbarer Ratgeber, Starker Gott, /
Vater in Ewigkeit, Fürst des Friedens.
Die große Herrschaft / und der Frieden sind ohne Ende
auf dem Thron Davids und in seinem Königreich, /
es zu festigen und zu stützen durch Recht und Gerechtigkeit, /
von jetzt an bis in Ewigkeit. Der Eifer des HERRN der Heerscharen /
wird das vollbringen.
Jesaja 9, 5.6
Jesaja 9, 5.6

Es geht ums Große und Ganze! Um die große Gerechtigkeit und um das große Recht. Es geht ja schließlich auch um den König. Um den, der einmal auf den Thron des großen und gerechten Davids kommen soll. Es geht um die große Politik, die Staaten lenkt und Entscheidungen trifft, die alle betreffen.
Wenn es um das Große und Ganze geht, dann wird es schnell kompliziert. Denn Verträge und Absprachen müssen beachtet werden. Auf die eine oder andere Empfindlichkeit muss geachtet werden. Wenn es ums Große und Ganze geht, dann steht man schnell in einem System, das seine eigene Logik hat, sein Eigenleben. So wie auch jeder Betrieb, jede Schule und auch jede Kirchengemeinde ihre eigene Logik und ihr eigenes System hat.
Schwierig wird es, wenn dann das System und die Notwendigkeiten den Alltag bestimmen. Weil man es schon immer so gemacht hat oder weil keiner mehr durchdringt durch die verschiedenen Pöstchen und Verantwortlichkeiten, die verteilt wurden und an der auch jeder hängt. Das lähmt und vernebelt den Blick für das Große und Ganze. Was bleibt, ist der Blick auf den eigenen Nabel.
Jetzt soll aber ein Neuer kommen. Frisch und unverbraucht, wie ein Kind. Ein Neuer, der den gesunden Menschenverstand noch kennt. Ein Sohn, der noch weiß, wo sein Herz schlägt und für wen es schlägt. Einer, der noch weiß, was er machen soll, das Große im Blick hat und sich nicht im Kleinklein des Systems verliert. Er soll kommen, der Gerechtigkeit und Recht kennt und der danach handelt. Er handelt nicht für sich, sondern für das Große und Ganze. Er handelt - und es ist Gott. Ein Neuer – ein Kind. Und der Frieden hat kein Ende. Das ist das Große und Ganze!
Markus Eckert,
Evangelische Landeskirche in Württemberg
Beitrag aus dem Jahr 2016
