Gegen alle Hoffnung hat Abraham voll Hoffnung geglaubt, dass er der Vater vieler Völker werde, nach dem Wort: So zahlreich werden deine Nachkommen sein. Darum wurde der Glaube ihm als Gerechtigkeit angerechnet. Doch nicht allein um seinetwillen steht in der Schrift, dass der Glaube ihm angerechnet wurde, sondern auch um unseretwillen; er soll auch uns angerechnet werden, die wir an den glauben, der Jesus, unseren Herrn, von den Toten auferweckt hat. Wegen unserer Verfehlungen wurde er hingegeben, wegen unserer Gerechtmachung wurde er auferweckt.
Römer, 4, 18.22-25
Römer, 4, 18.22-25

Quelle: unsplash/Fré Sonneveld
Wir stehen in einer langen Geschichte. Menschen glauben, zweifeln, lassen sich von Versuchungen reizen, meinen, jetzt ist alles aus. Und dann erfahren sie: Es geht doch weiter. Ich darf leben. Gott schreibt eine Geschichte mit Menschen, die Ecken und Kanten haben, die sich ganz schön verrennen und abstürzen können, manchmal unheimlich schwach sind, aber auch faszinierend stark. Was Gott dem Abraham verheißen und zugesagt hat, dass er der Vater vieler Völker werde, klingt unglaublich. Und dennoch glaubte Abraham voll Hoffnung.
Wer sich von Gottes Verheißungen locken und führen lässt, den werden diese Verheißungen prägen und verändern. Gott will mit seinem Segen die Bannkreise, die uns klein und ängstlich halten, durchbrechen. Er nimmt ihnen die Macht. Die Gestalt seines Mit-Seins ist sein mitgehendes Angesicht, das Sinnbild der treuen Zuwendung seines Erbarmens.
Den Menschen die Erfahrung zu ermöglichen, dass ihr Leben von einem gnädigen, sie gerecht machenden, weil bedingungslos liebenden Gott umfangen ist, das ist die große Herausforderung für die Christen.
Wenn man die liebende Gerechtigkeit Gottes zwischen den Menschen und auch zwischen den Völkern ernst nimmt, dann werden die Menschen, die Völker zueinander sagen: Wer immer du bist, es ist gerechtfertigt, dass du da bist und lebst. Du Mensch neben mir, du darfst sein, auch als Fragment, als eine, deren Gesundheit angeschlagen ist, als einer, der sich im Beruf schwer tut, als eine, deren Jugendlichkeit nach dem gesellschaftlichen Diktat langsam verblasst – du darfst sein! Das ist die Botschaft, die mitten im Leben neue Dimensionen öffnet.

