Im Herzen

Impuls für den 18.12.2015

Denn wenn du mit deinem Mund bekennst: „Jesus ist der Herr“ und in deinem Herzen glaubst: „Gott hat ihn von den Toten auferweckt“, so wirst du gerettet werden. Wer mit dem Herzen glaubt und mit dem Mund bekennt, wird Gerechtigkeit und Heil erlangen. Denn die Schrift sagt: Wer an ihn glaubt, wird nicht zugrunde gehen.
Römer 10, 9-11

„Christ, der Retter ist da“, so kann man heute in einer Woche überall hören, wo das beliebte Weihnachtslied „Stille Nacht“ gesungen wird. Diese Botschaft tönt „von fern und nah“, wie es in der zweiten Strophe dieses Liedes heißt.

Aber kommt sie auch da an, wo sie der Apostel Paulus sieht: Im Herzen der Menschen? Und führt sie zum persönlichen Bekenntnis: „Christ der Retter ist da“ – auch bei mir und für mich

„Christ der Retter ist da“ verkünden die Engel, und ihre Botschaft gilt Hirten nachts auf freiem Feld vor Betlehem. Und Paulus spricht angesichts des Scheiterns und Sterbens Jesu vom rettenden Glauben an seine Auferstehung.

Für mich heißt das, „Christ der Retter ist da“ für die, die es nicht so gemütlich haben. Er ist draußen bei denen, die – so wie der Retter selbst – unbehaust sind. Er ist da, auch in meiner Schutzbedürftigkeit und bei meinem nächtlichen Wachen.

Und er ist da, wo niemand mehr mit mir gehen und mich retten kann: In meinem Sterben. „Christ der Retter ist da“, wo menschlich gesehen Ende ist. Wo aber er ist, gehe ich nicht zu Grunde, sondern stehe auf. „Gott hat ihn von den Toten erweckt“, das rettet auch mich. Darauf zu bauen und zu vertrauen ist Glaube, der rettet.

Jetzt, acht Tage vor Weihnachten, hoffe ich, dass ich wie die Hirten auf die Beine komme und Christ, den Retter auch dort suche, wo ihn die Engel verkündet haben: auf den Feldern und am Grab. Und ich hoffe, dass ich ihn im vertrauenden Glauben auch finde – meinen Retter.

Autor / Autorin
Margret Schäfer-Krebs

Fachreferentin für Liturgie und Ökumene, Diözese Rottenburg-Stuttgart

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