
Matthäus 6, 26+27
Gottes Sorge für seine Geschöpfe geht soweit, dass ich beweisen will, sie habe schon vor der Erschaffung bestanden! Das ist ganz offensichtlich: Denn er hätte nichts geschaffen, wenn er sich nicht um die Schöpfung schon gekümmert hätte, bevor er etwas schuf; ist doch auch bei den Menschen niemand so stumpfsinnig, dass er etwas macht und vollendet, nur, um sich dann nicht mehr darum zu kümmern.
Denn wer einen Acker bebaut, bebaut ihn dazu, um das Angebaute zu erhalten. Und wer einen Weinberg pflanzt, tut das, um das Gepflanzte zu behüten. Und wer beginnt, sich eine Herde zu schaffen, tut das, um auf die Vermehrung der Tiere Sorgfalt zu verwenden. Wer ein Haus baut oder einen Grund legt, der nimmt doch all das, was er in diesen Anfangsarbeiten leistet, nur in der Hoffnung auf ein künftiges Heim auf sich.
Aber was spreche ich da von den Menschen, da auch die kleinsten Lebewesen alles mit der Zielrichtung auf die Zukunft tun? Die Ameisen, die in ihren unterirdischen Gängen verschiedene Arten von Feldfrüchten zu verbergen pflegen, schleppen deswegen alles zusammen und häufen es auf, weil sie aus Liebe zu ihrem Leben auch das Angesammelte lieben. Wenn die Bienen die Grundlagen zu den Waben legen oder aus den Blüten den Staub herauslesen, was treibt sie anderes zum Thymian hin als das eifrige Verlangen nach Honig und die Liebe zu den Nachkommen?
Sollte also etwa Gott, der auch den kleinsten Lebewesen diese Liebe zum eigenen Werk einflößte, nur sich allein der Liebe zu seinen Geschöpfen beraubt haben, besonders, da alle Liebe zum Guten aus seiner gütigen Liebe auf uns überging?

