
Johannes 15, 9+10
Und, was bleibt? Jetzt, im Advent, ist es wohl noch zu früh, um diese Frage zu stellen, aber denken wir mal ein paar Wochen weiter. Was bleibt denn von Weihnachten übrig, sobald die Geschenke aufgepackt und weggepackt, die letzten Plätzchen gegessen und die Ferien wieder vorbei sind? Bleibt etwas übrig vom Glanz, vom Frieden, von der Liebe Gottes, die uns in die Krippe gelegt wird?
Vielleicht trieb die Frage „Was bleibt?“ schon die Menschen damals um, als ihnen langsam, aber sicher klar wurde, dass der gemeinsame Weg mit Jesus irgendwann ein Ende haben wird. „Was bleibt, wenn Jesus nicht mehr unter uns ist?“ Jesus hatte eine Antwort für sie, hat auch eine Antwort für uns: „Bleibt in meiner Liebe!“
Ich höre darin die Einladung: Lasst Euch meine Liebe schenken. Bleibt in meiner Liebe. Lasst Euch auf meinen Weg ein. Geht so miteinander um, wie ich es getan habe. Dann bleibt meine Liebe bei Euch, genauer: dann bleibe ich bei Euch. Jesus bleibt unter uns - sichtbar in jeder Geste der Liebe, der Zuneigung, der Zärtlichkeit, der Solidarität und bedingungslosen Annahme des Anderen.
Ich finde es schön, wie wir dabei durch die Liebe in eine Beziehung mit Gott und untereinander gestellt werden: Bleibt in meiner Liebe, wie ich in der Liebe meines Vaters bleibe. Das ist seit langem und weiterhin das „Gebot der Stunde“. Jesus machte die Liebe Gottes in seinem Leben sichtbar und erfahrbar. Wir dürfen die „Sache Jesu“ weiterführen, ihm eine „Bleibe“ geben, auch in unseren Tagen. Auch über Weihnachten hinaus.
Und was bleibt? Gottes Liebe bleibt!

