
Offenbarung 21,1-4a
Kraftvolle Worte klingen hier an. Doch wie kann man sie heil- und segenbringend verstehen? Die Gemeinden, für welche die Offenbarung als Mahn- und Trostbuch entstand, sehen sich von allen Seiten in ihrer Existenz bedroht. Ihr Blick auf die Welt ist voller Verzweiflung und Angst. Immer wieder muss mit angesehen werden, wie die „Bösen“ dieser Welt über das Gute triumphieren, wie die „Guten“ das Nachsehen haben, weil sie sich an Gesetz und Moral halten. Eine kleine Gruppe „Guter“, die auf Erlösung hoffende Gemeinde, fühlt sich diesem Treiben hilflos ausgeliefert. In diese Hilflosigkeit hinein spricht der Prophet Worte der Ermutigung und Zuversicht.
So alt nun dieser Text ist, so wenig hat er an Bedeutungskraft für uns heute verloren. Was ist mit den vielen Menschen, die sich Schutz und Zukunft suchend auf den Weg aus den Krisengebieten dieser Welt machen? Was treibt diese Menschen an? Es ist die Hoffnung auf ein neues und besseres Leben in Sicherheit und ohne Zwänge.
Der Glaube an Gott ist oftmals das einzige, was diese Menschen in ihren Strapazen und Entbehrungen aufrecht hält. Die Hoffnung auf seine Gerechtigkeit, auf seine bedingungslose Teilhabe an ihrem Leben, die Hoffnung auf sein schöpferisches Handeln, darauf, dass er die Welt für sie neu schaffen kann, das hält sie am Leben.
Eine solche Hoffnung auf Gott und seine Teilhabe an unserem Leben verbinden wir Christen mit der Geburt Jesu. Alljährlich feiern wir, dass Gott unter den Menschen seine Wohnung nimmt und die Welt damit ein kleines bisschen besser wird.

