
Röm 6,3-4.8
Ich taufe gerne. Das sind immer schöne Feiern mit glücklichen Kindern und stolzen Eltern. Oder ich begegne wachen Menschen, die sich als Erwachsene taufen lassen, weil sie etwas entdeckt haben, von dem sie nicht mehr lassen können. In diesen Feiern wohnt immer große Dankbarkeit und ein Aufbruch in eine bessere Welt. Der Tod kommt selten vor.
Paulus geht weiter. Er denkt nicht vom Menschen her, sondern konzentriert seinen Gedanken auf das, was von Gott her in der Taufe geschieht. Und auch wenn beide Seiten, die menschliche und die göttliche, zusammengehören, so nimmt Paulus doch ernst, dass die Initiative von Gott ausgeht.
Dieses Zugehen Gottes auf den Menschen trägt das menschliche Angesicht Jesu, ein gequältes und zerschundenes Gesicht. Gott zeigt sich uns Menschen als einer, der bis hinein in Leiden und Tod mit uns ist. Nichts weniger sagen wir unseren kleinen und größeren Täuflingen zu: Gott ist mit Dir und zwar gerade dann, wenn die Dinge gegen Dich laufen.
Gott begegnet dem Menschen eben auch am tiefsten Punkt seines Lebens. Das ist die tiefste Bedeutung des Kreuzestodes. Nur indem Jesus stirbt, kann er den Abgrund zwischen Gott und Mensch überwinden: Dann ist er uns in allem gleich geworden, dann ist er uns wirklich nahe gekommen. In keiner Situation ist Gott mehr der Immanuel, der „Gott-mit-uns“, den wir im Advent erwarten und an Weihnachten feiern, als in seinem Sterben.
Aber das ist noch nicht alles.
Neben den Gedanken der Erniedrigung Gottes stellt Paulus den von der Erhöhung des Menschen. Taufe sagt eine Nähe zu, die den Tod nicht scheut, aber zugleich ewiges Leben verheißt. Nichts weniger geben wir unseren Täuflingen mit.

