Und plötzlich ist das Leben verändert
Sagt den Verzagten: Seid stark, fürchtet euch nicht! Seht, euer Gott!
Die Rache kommt, die Vergeltung Gottes!
Er selbst kommt und wird euch retten.
Dann werden die Augen der Blinden aufgetan
und die Ohren der Tauben werden geöffnet.
Dann springt der Lahme wie ein Hirsch
und die Zunge des Stummen frohlockt,
denn in der Wüste sind Wasser hervorgebrochen
und Flüsse in der Steppe.
Jesaja 35,4-6
Es gibt sie, diese miesen Wochen in denen Tag für Tag nichts zu gelingen scheint. Zu viele Termine, Aufgaben, die man unerledigt von einem Tag auf den anderen Tag schiebt und Anrufe und Nachrichten von Freunde, die ohne Rückmeldung bleiben. Wüstenzeit im Leben! Unruhige Adventszeit lässt mich erinnern:
Mitten in eine solche stressige Zeit fällt ein Feiertag. Vor lauter Arbeit, Termine und Unerledigtem fast vergessen, saß ich da am Vorabend vor Christi Himmelfahrt, zwischen noch zu korrigierenden Klassenarbeiten und angefangenen Terminplänen und plötzlich fällt mir ein, dass heute ein Abend ist, der dazu berufen ist etwas mit Freunden zu machen, schließlich ist morgen ja Himmelfahrt - ein schönes Fest aufs Leben. Das Wetter ist sonnig, man könnte draußen sitzen, grillen und sich am Leben erfreuen. Aber ich sitze alleine in meiner Wohnung und habe einfach vergessen etwas für heute Abend auszumachen. Meine besten Freunde hier vor Ort, können nicht, sind weg oder bekommen Besuch. Für einen Besuch bei meinem Patenkind ist es jetzt schon zu spät, spontan zu anderen Freunden zu fahren ist auch nicht mehr möglich und einfach zu Bekannten zu gehen und zu klingeln? Nein, das mag ich jetzt auch nicht. Ich merke, wie ich traurig werde und mich richtig einsam fühle.
Jetzt könnte man ja problemlos etwas machen, unter Menschen sein und ich? Ich sitze alleine da und spüre, wie mir fast die Tränen kommen. Lächerlich, denke ich, das ist doch kein Grund zum Weinen, drehe die Musik auf und versuche meine Laune wieder aus dem Keller zu holen, aber es gelingt mir nicht so recht. Ich gebe auf und entschließe mich dem Gejammer und Geheule Raum zu geben.
Da klingelte es plötzlich an meiner Tür und vor der Tür steht der Freund mit seinem Besuch. Sie würden jetzt in den Biergarten gehen und wollten fragen, ob ich mitgehen möchte. Und plötzlich ist das Leben verändert: Sagt den verzagten Herzen: Seid getrost, fürchtet euch nicht! Seht, da ist euer Gott, er kommt und wird euch helfen. Dann werden Wasser in der Wüste hervorbrechen und Ströme im dürren Lande (Jesaja 35, 4+6).
Petra Renz, Katholische Kirche Göppingen, Diözese Rottenburg-Stuttgart
