"Der Engel aber sagte zu ihm: Fürchte dich nicht, Zacharias! Dein Gebet ist erhört worden. Deine Frau Elisabet wird dir einen Sohn gebären; dem sollst du den Namen Johannes geben. Du wirst dich freuen und jubeln und viele werden sich über seine Geburt freuen. Denn er wird groß sein vor dem Herrn."
(Lukas 1,13-14, 23-25)
Vor kurzem habe ich zum ersten Mal das nur wenige Wochen alte Baby meines besten Freundes in den Händen gehalten. Mir ist es dabei ganz warm ums Herz geworden. Wie mich dieses kleine Mädchen da mit ihren großen Augen anschaute und für einen Moment zum Mittelpunkt ihrer Welt wurde. Für einen Moment hatte ich das Gefühl, die Uhren würden stillstehen. Es gab nur dieses kleine Wesen und mich. Kein Stress der langen Anfahrt, keine Alltagsprobleme, keine übervolle To-Do-Liste. Was für ein kostbarer Moment!
So einen Moment zu erleben, ein Kind gesund auf die Welt bekommen, in ein liebevolles Umfeld, das ist auch heute noch keine Selbstverständlichkeit. In vielen Familien herrscht Not, manche Umstände machen Kindern das Aufwachsen schwer, viele Paare versuchen vergeblich ihren Kinderwunsch zu erfüllen – diese Liste könnte ich beliebig mit Beispielen füllen. Und gerade deshalb ist jedes geborene Leben ein Wunder; ja ein Geschenk Gottes.
Als ein Geschenk Gottes haben auch Elisabet und Zacharias die Geburt erlebt. Viele Jahre hatten sie den Kinderwunsch. Sie wollten ihr gemeinsames Leben komplett machen. Doch leider hat „es“ nie geklappt. Irgendwann haben sie Hoffnung aufgegeben. Doch dann folgt die plötzliche Wendung: ein Engel verkündet ihnen das Unglaubliche. Wie mögen sich die beiden wohl gefühlt haben, als Elisabet wirklich schwanger wurde und nach neun Monaten ihr Kind tatsächlich gesund auf die Welt brachte?
Sicher war es ein ähnlicher, wundervoller, wenn auch vielfach tieferer Moment als den ich unlängst erlebt habe. Denn auch in der Namensgebung des neuen Lebens wird Elisabet und Zacharias Glück offensichtlich: Die beiden nennen ihren Sohn Johannes, was >>Gott ist gnädig<< heißt.
Und so ist die Geschichte von Elisabet und Zacharias doch etwas, was ich mir im Kleinen manchmal auch wünsche. Ein Engel, der mich an die Hand nimmt, mir Hoffnung schenkt, wenn das Leben träge, traurig und ausweglos erscheint. Was mich dann hoffnungsvoll stimmt, sind die kleinen Momente von Glück und Ewigkeit. Die großen Augen eines Kindes, die Natur, die sich stets verändert, diese Geschichte vom göttlichen Boten. Dann erinnere ich mich daran, dass das einzige was ich für solche Momente brauche Vertrauen, Offenheit und Liebe sind.