Dem Leid Israels im babylonischen Exil setzt das Buch Jesaja die Vision eines neuen Israels und einer besseren Zukunft entgegen.
Denn schon erschaffe ich einen neuen Himmel / und eine neue Erde
Dort gibt es keinen Säugling mehr, / der nur wenige Tage lebt, und keinen Greis, / der nicht das volle Alter erreicht;
wer als Hundertjähriger stirbt, / gilt noch als jung.
Sie arbeiten nicht mehr vergebens / sie bringen nicht Kinder zur Welt für einen jähen Tod.
Denn sie sind die Nachkommen der vom Herrn Gesegneten / und ihre Sprösslinge zusammen mit ihnen.
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Quelle: unsplash.com/@ddealmeida
Unter anderen Umständen wäre alles besser. Stattdessen: Verfahrene Situationen ohne Hoffnung, dass sich etwas daran ändern könnte. Im eigenen Leben! Oder wie es gerade viele junge Menschen so empfinden, auch in Bezug auf ihre Zukunft, angesichts von drängenden Umweltproblemen oder bestimmter politischer Entwicklungen. Der Einzelne fühlt sich hilflos, machtlos, ausgeliefert. Mit beschränkten Möglichkeiten kommt man eben nicht weiter. Einige werden wütend, andere resignieren oder verzweifeln. Aber geht es wirklich nur ums Menschenmögliche? Was ist mit Gott?
Den Advent begehen, bedeutet auf Gott hin zu leben, die anderen Umstände einfach zu glauben. Zu glauben, dass Gott uns entgegenkommt und dass er unsere Zukunft im Griff hat. Bewusst den Blick über die eigenen Hindernisse und Beschränkungen hinaus neu ausrichten lassen durch Gottes Zusagen, durch das, was Jesus gezeigt hat.
Das war auch die Aufgabe der Propheten, über die in der Bibel berichtet wird. Ihre Worte haben Menschen aufgerichtet und neu ausgerichtet, sogar die Niederkunft und die Wiederkunft des göttlichen Helfers haben sie vorausgesagt, wie zum Beispiel der ‚Weihnachtsprophet‘ Jesaja, der 800 Jahre vor seiner Geburt schon so viel von einem Messias und der kommenden heilen Welt Gottes wusste.
Die meisten Menschen kennen die biblischen Propheten nur als mutige gesellschaftspolitische Mahner. Tatsächlich sind sie aber das menschliche Sprachrohr Gottes. So verbreiten sie nicht selten neue Hoffnung. Sie eröffnen neue Perspektiven, indem sie deutlich machen, dass Gott bereits handelt. Sie weiten den Horizont der Bedrückten und Verzweifelten, indem sie einen Blick auf Gottes kommende Welt schenken. Ihre Kernbotschaft lautet: Gott sieht euch und eure Not. Er ist auf Eurer Seite. Er nimmt sich der Schwachen und der Verletzten an. Verzweifelt nicht. Gott hat die Macht auch außerhalb jeder menschlichen Vorstellung, Dinge zu ändern. Sogar über das irdische Leben hinaus. Lebt unter Gottes Umständen! Ihr seid nicht vergessen, sondern gesegnet.

