Die Schöpfungsgeschichte erzählt, dass der Mensch den Tieren Namen gibt. Damit ist er für die Schöpfung mitverantwortlich. Als soziales Wesen braucht er aber ein gleichwertiges Gegenüber.
Da formte Gott, der Herr, den Menschen aus Erde vom Ackerboden, und blies in seine Nase den Lebensatem. So wurde der Mensch zu einem lebendigen Wesen. Dann sprach Gott, der Herr: Es ist nicht gut, dass der Mensch allein bleibt. Ich will ihm eine Hilfe machen, die ihm entspricht. Gott, der HERR, formte aus dem Ackerboden alle Tiere des Feldes und alle Vögel des Himmels und führte sie dem Menschen zu, um zu sehen, wie er sie benennen würde. Und wie der Mensch jedes lebendige Wesen benannte, so sollte es heißen. Der Mensch gab Namen allem Vieh, den Vögeln des Himmels und allen Tieren des Feldes. Aber eine Hilfe, die dem Menschen entsprach, fand er nicht. Da ließ Gott, der Herr, einen tiefen Schlaf auf den Menschen fallen, sodass er einschlief, nahm eine seiner Rippen und verschloss ihre Stelle mit Fleisch. Gott, der Herr, baute aus der Rippe, die er vom Menschen genommen hatte, eine Frau und führte sie dem Menschen zu.
Genesis 2,7.18-22

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„Mein Gott, macht der sich Umstände!“
Ich stelle mir vor, wie Gott mit lehmverschmierten Händen den Klumpen, der der Mensch werden soll, bearbeitet. Vor seinem inneren Auge weiß er bereits, was entstehen soll. Und er knetet und formt die Erde, streicht hier eine Falte glatt, korrigiert da ein Detail. Liebevoll. Voller Kreativität. Gott als Kunst-Handwerker. Und dann, als das Kunstwerk vollendet ist, haucht er der Materie Leben ein. Gibt sich selbst hinein mit seinem Atem.
„Mein Gott, macht der sich Umstände!“
Nachdem er den Menschen erschaffen, geformt und mit Leben gefüllt hat, macht sich der Schöpfer Gedanken über seine Kreatur, in die er so viel Kunstfertigkeit gesteckt hat: Was braucht der Mensch, um als Mensch leben zu können?
Und wieder macht sich der Künstler ans Werk. Tiere entstehen. Krabbelnde, kriechende, hüpfende, fliegende Geschöpfe – eine bunte Vielfalt. Aber das Passende ist nicht dabei: Ein wirkliches Gegenüber für den Menschen.
„Mein Gott, macht der sich Umstände!“
Ein weiteres Mal tritt Gott in Aktion. Aus dem Menschen selbst erschafft er ihm eine Entsprechung. Ein Gegenüber. Ein Du, mit dem ein Dialog auf Augenhöhe möglich ist. Sehen und gesehen werden. Verstehen und verstanden werden. Schönes und Schweres miteinander teilen. All das nimmt seinen Anfang in Gottes wunder-voller Schöpfungskraft.
Und überall dort, wo Miteinander gelingt, wo Verständigung möglich ist, da erleben wir den Schöpfer bei der Arbeit. Immer wieder neu.
„Mein Gott, hat der sich Umstände gemacht!“ - Gott sei Dank!

