Denn der Herr, euer Gott, ist der Gott über den Göttern und der Herr über den Herren.
Er ist der große Gott, der Held und der Furchterregende.
Er lässt kein Ansehen gelten und nimmt keine Bestechung an.
Er verschafft Waisen und Witwen ihr Recht.
Er liebt die Fremden und gibt ihnen Nahrung und Kleidung – auch ihr sollt die Fremden lieben, denn ihr seid Fremde in Ägypten gewesen.
Deuteronomium / 5. Mose 10,17-19

Gott als „der Held und der Furchterregende“, das schreibt ihm kämpferische und gewaltsame Züge zu. Das will nicht so richtig mit der ebenso biblischen Rede vom gütigen und bedingungslos liebenden Gott zusammenpassen. Der Liebe liegen jegliche furchtauslösenden Verhaltensweisen und Anwendung von Gewalt fern.
Für den Verfasser des Textes scheint hier jedoch kein Widerspruch zu bestehen. Im Gegenteil: Der große Gott Israels, der über allem steht und somit der Höchste und Mächtigste ist, nimmt sich der Schwächsten in der Gesellschaft an, nämlich der Witwen, Waisen und Fremden.
Beachtenswert ist die ‚Abwärtsbewegung’ Gottes. Der Höchste und Mächtigste kümmert sich um die ‚Untersten’, indem er ihnen Recht verschafft, sie liebt und sich um die Erfüllung grundlegender Bedürfnisse sorgt. So schützt er ihr Leben und ermöglicht eine bessere Zukunft.
Im Laufe der Geschichte erlebten Menschen immer wieder Gottes Schutz und sein lebensförderndes Wirken.
Auch heute machen Menschen diese Erfahrung. Ich denke zum Beispiel an die Mitglieder einer Basisgemeinde im Slum von São Paulo, die Gott an ihrer Seite wissen und daraus Kraft und Hoffnung schöpfen.
Oder an Menschen, die in schwerer Krankheit und Leid die Erfahrung machen, trotz Allem getragen zu werden.
In Momenten der Ohnmacht und Verzweiflung: Hoffentlich trägt Gottes lebensfördernde Kraft auch mich!
In Momenten der Ohnmacht und Verzweiflung: Hoffentlich trägt Gottes lebensfördernde Kraft auch mich!
