Gott, sei mir gnädig nach deiner Huld,
tilge meine Frevel nach deinem reichen Erbarmen!
Wasch meine Schuld von mir ab
und mach mich rein von meiner Sünde!
Denn ich erkenne meine bösen Taten,
meine Sünde steht mir immer vor Augen.
Gegen dich allein habe ich gesündigt,
ich habe getan, was dir missfällt.
Psalm 51, 3-6a
tilge meine Frevel nach deinem reichen Erbarmen!
Wasch meine Schuld von mir ab
und mach mich rein von meiner Sünde!
Denn ich erkenne meine bösen Taten,
meine Sünde steht mir immer vor Augen.
Gegen dich allein habe ich gesündigt,
ich habe getan, was dir missfällt.
Psalm 51, 3-6a

Quelle: Pixabay
Kann ich wirklich etwas tun oder unterlassen, was vor allem Gott verletzt? Muss das Wort „Sünde“ nicht auch die Beziehung zu Menschen meinen, wenn es noch sinnvoll sein soll?
„Sünde-gegen-Gott“ - was kann das sein, womit ich Gott verletze? Wer kennt nicht die Tiefpunkte, wenn man tief enttäuscht ist und sich dann noch tiefer gräbt durch Selbstgerechtigkeit:
„Ich tue, was viel zu wenige tun, engagiere mich, setze mich ein. Aber die anderen ziehen nicht mit.“
Enttäuscht, abgeprallt an anderen, an der Härte und Dummheit von alten Strukturen, fertig mit den Kräften, fertig mit den anderen, mit der Welt, vielleicht sogar mit Gott. Obwohl man das Richtige gemacht hat.
Als Vater und Mutter kann man an diesen Tiefpunkt kommen, wenn man die eigenen Kinder nicht mehr erreicht. Ehrenamtliche trifft es – im Verein, in der Kirche: Man engagiert sich, aber nichts geht voran. Ich spüre dieses Weh auch, wenn ich unsere Welt sehe: So vieles müsste sich zum Guten ändern. Schnell. Und was ist? Die Trumps dieser Welt übernehmen das Feld und machen es schlimmer.
Vielleicht können solche Tiefpunkte wirklich in „Sünde gegen Gott“ (und mich) enden. Wenn aus Enttäuschung Bitterkeit wird oder Zynismus. Und man sich in sich zurückzieht. Wie kommt man wieder heraus, wenn man so zum eigenen Zerrbild wird?
Gut tut, wenn so etwas wie der Psalm 51 in mir hochkommt:
Ich sehe in den Spiegel, wie traurig, bitter und enttäuscht ich bin und wünsche mir: „So darf es nicht bleiben.“ Und wenn es in mir zu beten anfängt:
Ich möchte wieder anders in die Welt sehen. So enttäuscht und bitter, das bin nicht ich. Gib mir meine Kraft, meine kämpferische Heiterkeit wieder und meine Zuversicht.
Gott, sei mir gnädig.

