Saatgut

Impuls für den 4.12.2016

Reichlich gibt er den Armen;
seine Gerechtigkeit hat Bestand für immer.
Gott, der Samen gibt für die Aussaat und Brot zur Nahrung, wird auch euch das Saatgut geben und die Saat aufgehen lassen; er wird die Früchte eurer Gerechtigkeit wachsen lassen. In allem werdet ihr reich genug sein, um selbstlos schenken zu können; und wenn wir diese Gabe überbringen, wird sie Dank an Gott hervorrufen.
Zweiter Korintherbrief, 9, 9b-11
 
Quelle: Pixabay
 
Wir ernten, was wir säen. Wer hätte gedacht, dass sich dieses Thema in Politik und Wirtschaft einmal so sehr in den Vordergrund rücken würde: Saatgut.

Der Chemiekonzern Bayer verleibt sich den Saatgut-Hersteller Monsanto ein. Es ist die größte Firmenübernahme der deutschen Geschichte und gleichzeitig eine der umstrittensten. Weltweit herrscht Misstrauen gegen die US-Firma, vor allem wegen gesundheitsgefährdender Pestizide und gentechnisch veränderter Produkte. Manipulierte Samen, die Bauern rund um den Globus auf ihre Felder streuen, versprechen erfolgreiche Ernten. Die Saat geht auf, genau wie das Unternehmen es vorhersagt. Schnell und schnörkellos. Leider geht das Ganze wohl auf Kosten von Umwelt, Gesundheit und Geschmack. Der Hersteller verdient Milliarden.
Die Herkunft des Saatguts entscheidet über die Qualität der Ernte, sein Ursprung bereits über das Ergebnis. Damit ist die entscheidende Frage: Verdient der Hersteller wirklich unser Vertrauen? Hat er unser Wohl, unser Heil im Blick?

Auch Gott verteilt Saatgut. Er gibt seinen Menschen Samen zum Ausstreuen, verspricht ihnen aber keine schnellen und sauberen Ernten. Nein, er verspricht „Früchte der Gerechtigkeit“. Alle, auch die Armen sollen damit reichlich versorgt werden. Die Saat wird aufgehen und der Ertrag wird gut sein. „In allem werden wir reich sein.“ Wir sollen sogar so viel davon bekommen, dass wir es anderen weitergeben können, damit sie auch von dieser Ernte kosten mögen. Das also ist der Wille des Schöpfers, unseres Saatgutherstellers: Gerechtigkeit für alle.

Ein Gott, der will, dass seine Menschen das Leben in Fülle haben (Johannes 10,10) – er verdient unser Vertrauen.
 
Autor / Autorin
Hanns Wolfsberger

Pfarrer im Evangelischen Jugendwerk in Württemberg, Evangelische Landeskirche in Württemberg

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