Womit soll ich vor den Herrn treten,
wie mich beugen vor dem Gott in der Höhe?
Soll ich mit Brandopfern vor ihn treten,
mit einjährigen Kälbern?
Es ist dir gesagt worden, Mensch, was gut ist
und was der Herr von dir erwartet:
Nichts anderes als dies: Recht tun,
Güte und Treue lieben,
in Ehrfurcht den Weg gehen mit deinem Gott.
Micha 6,6-8

Womit soll ich vor Gott, vor den Herrn, treten? Die Frage nach Sühneopfern und Brandopfern ist uns wahrscheinlich eher fremd geworden. Andere Fragen jedoch machen viele von uns unruhig und unsicher. Wie werde ich den Menschen gerecht, mit denen ich zu tun habe? Was ist gut für ein friedliches Zusammenleben? Wie können die Lebenschancen gerecht verteilt werden? Wie kann die Schöpfung bewahrt werden? Und auch: Was macht mein Leben erfüllt und sinnvoll?
Es sind Fragen nach dem richtigen Handeln, danach, was gut ist – vielleicht auch nach dem richtigen Lebensstil. Es sind Fragen von Menschen, die spüren, dass auch wir heutigen Menschen in einer Schieflage sind in unserem Verhältnis zu Gott und untereinander.
Manches ist komplex und mühsam; über all den Fragen liegt eine große Last und Schwere.
Die Antwort des Propheten Micha kommt dagegen leicht und befreiend daher. Wir müssen nicht ängstlich fragen, was das Richtige ist. Es ist uns schon gesagt, was gut ist: Recht tun, Güte und Treue lieben, in Ehrfurcht den Weg mit Gott gehen.
Recht, Güte und Treue, das ist mehr als ein äußerlich richtiges Handeln, das sind innere Haltungen, das ist uns von Gott ins Herz hineingelegt. Es ist das, was uns selber zum guten Leben hilft und und was Gott sich auch von uns erhofft.
Wir gehen unseren Weg mit Gott, Wenn unser Weg doch mal in die falsche Richtung geht, wenn wir die Orientierung verlieren, dann können wir uns von Gottes liebender, Gerechtigkeit den Weg weisen lassen.

