Denn die Schrift spricht: »Wer an ihn glaubt, wird nicht zuschanden werden.«
Es ist hier kein Unterschied zwischen Juden und Griechen;
es ist über alle derselbe Herr, reich für alle, die ihn anrufen.
Denn wer den Namen des Herrn anruft, wird selig werden
Römer 10,11-13
Vom Rufen ist die Rede in dieser Bibelstelle aus dem Römerbrief. Sie klingt hinein in ein lautes Jahr. Viele Änderungen. Viele Krisen. Vielleicht auch im Persönlichen. In Deutschland und erst recht weltweit.
Es ist eine so unruhige und so laute Zeit, dass sich mancher schon die Ohren zuhalten möchte. Und rufen möchte: Ruhe! Bitte Ruhe! Allein schon Ruhe vor den Despoten, die an die Macht gekommen sind: in Russland, in Ungarn, und auch für die USA ist Schlimmes zu befürchten.
Wie könnte es anders ein: Unsicherheit in all dem Lärm macht sich breit, die Stimmen der vermeintlich Starken scheinen alles zu übertönen, auch die Gegenreden, die lauten und die leisen.
Im Römerbrief gibt der Apostel Paulus einen Fokus. Überraschenderweise auf die eigene Stimme. „Wer den Namen des Herrn anruft, wird selig werden. Wer an ihn glaubt, wird nicht zuschanden werden.“
Du hast eine Stimme, sagt Paulus, und sie ist der Weg zu Gott. Dein Gebet ist der Weg - und deine Hoffnung, deine Sehnsucht auf Gott. Und das gilt für alle Menschen. Da gibt es keine Verbote, keine Trennung und auch keinen Rassismus. Allen steht der Weg zu Gott offen. In diesem schönen Wort sagt es Paulus: Gott ist „reich“ für alle, die ihn anrufen. Gott beschenkt alle aus seinem Reichtum.
Denn, wer ruft, dessen Stimme verhallt nicht im leeren Raum. Es wird nicht wie in einer Höhle sein, in der ich nur mein eigenes Echo höre. Sondern Gott wird hören.
Was dann geschieht, erzählt die Bibel immer wieder: Gott antwortet.
Viele werden an Heilig Abend hören, was Gott vor 2000 Jahren den Hirten auf den dunklen Feldern bei Betlehem geantwortet hat auf die Nöte der Menschen: „Fürchtet euch nicht, denn heute ist euch der Heiland geboren“. “
Weihnachten ist Gottes große Antwort auf unsere Hoffnung, eine gewaltige Antwort für alle, die in Zweifel und Angst sind.
Mögen auch die Ohren der Despoten und aller, die Unfrieden und Gewalt im Sinn haben, geöffnet sein für die Botschaft des Kindes in der Krippe. Möge sich ihr und unser Herz dem Frieden und der Barmherzigkeit zuwenden – im Namen Jesu.
Ein Beitrag von Pamela Barke, Pfarrerin in der Pressestelle der Evangelischen Landeskirche, Stuttgart, für Advent-Online, dem ökumenischen Adventsangebot der evangelischen und katholischen Kirchen in Baden-Württemberg.
