Tröstet, tröstet mein Volk, spricht euer Gott.
Redet Jerusalem zu Herzen und verkündet der Stadt, dass ihr Frondienst zu Ende geht, dass ihre Schuld beglichen ist; denn sie hat die volle Strafe erlitten von der Hand des Herrn für all ihre Sünden.
Eine Stimme ruft: Bahnt für den Herrn einen Weg durch die Wüste! Baut in der Steppe eine ebene Straße für unseren Gott!
Jedes Tal soll sich heben, jeder Berg und Hügel sich senken. Was krumm ist, soll gerade werden, und was hüglig ist, werde eben.
Dann offenbart sich die Herrlichkeit des Herrn, alle Sterblichen werden sie sehen. Ja, der Mund des Herrn hat gesprochen.
Eine Stimme sagte: Verkünde! Ich fragte: Was soll ich verkünden? Alles Sterbliche ist wie das Gras, und all seine Schönheit ist wie die Blume auf dem Feld.
Das Gras verdorrt, die Blume verwelkt, wenn der Atem des Herrn darüberweht. Wahrhaftig, Gras ist das Volk.
Das Gras verdorrt, die Blume verwelkt, doch das Wort unseres Gottes bleibt in Ewigkeit.
Steig auf einen hohen Berg, Zion, du Botin der Freude! Erheb deine Stimme mit Macht, Jerusalem, du Botin der Freude! Erheb deine Stimme, fürchte dich nicht! Sag den Städten in Juda: Seht, da ist euer Gott.
Seht, Gott, der Herr, kommt mit Macht, er herrscht mit starkem Arm. Seht, er bringt seinen Siegespreis mit: Alle, die er gewonnen hat, gehen vor ihm her.
Wie ein Hirt führt er seine Herde zur Weide, er sammelt sie mit starker Hand. Die Lämmer trägt er auf dem Arm, die Mutterschafe führt er behutsam.
(Jesaja 40,1-11)
Heimkommen! Nach einem langen Tag. Oder einer langen Reise. Erschöpft. Müde. Und doch voller Erwartung. Ein klein wenig die Sorge verscheuchend, ich könnte alles nicht mehr so vorfinden, wie ich es verlassen habe. Vor allem aber ein tiefes Glück im Herzen tragend. Und dann bin ich da. Endlich daheim. - Die Reset-Taste meines Lebens
Ganz tief in mir drin fühle ich mich geborgen. Alle Fremdheit ist für einen Moment wie weggeblasen. Ich kenne jede Treppenstufe. Könnte blind durch die Wohnung gehen. Ohne anzuecken. Dann sehe ich die vertrauten Gesichter. Ich bin da!
So geht’s mir im Advent. Jedes Jahr aufs Neue. Mehr als sonst im Jahr habe ich im Advent das Gefühl, ich bin unterwegs zu dem Ort, an dem ich wirklich ankommen möchte. Irgendwie steigt die Sehnsucht in mir auf, alles, was mich umtreibt, könnte für einen Augenblick zur Ruhe kommen. Die Hoffnung auf einen Neustart erfüllt mich. Wie wenn ich auf die Reset-Taste meines Lebens drücken könnte. Ich spüre, wie gut es tut anzukommen. Nicht um zu bleiben. Aber um neu starten zu können. Nein, kein Zusammenbruch meiner oft bis an die Grenze strapazierten Lebenskräfte. Vielmehr eine Unterbrechung. Die Erfahrung von Geborgenheit. Zumindest für einen kleinen Moment.
Im Buch Jesaja, lesen wir, wie die an die Flüsse Babylons verschleppte israelitische Oberschicht sich auf den Weg in die Heimat macht. Der Prophet bringt das, was ich mit der Rückkehr nach Hause verbinde, mit dem Wort Trost in Zusammenhang. Zusprechende, zu Herzen gehende Worte und Linderung in Kränkung und Verletzung. Das Glück der Heimat malt er den Rückkehrwilligen vor Augen. Kein Hindernis auf dem Weg zu hoch. Kein Abbruch des Weges zu tief. Worte voller Trost stellt er an den Anfang seines Buches. „Tröstet, tröstet mein Volk!“ Jesaja 40,1.
Vielleicht hat mir heute, am Nikolaustag, ganz früh am Morgen, jemand meine Stiefel gefüllt, damit ich mich gut gestärkt und getröstet aufmachen kann durch die weiteren Tage des Advents. Und am Ende auch gut ankomme.