Spielend leicht

Impuls für den 15.12.2019

In den Sprüchen Salomons vermittelt die personifizierte Weisheit zwischen Gott und Mensch.

Der Herr hat mich geschaffen im Anfang seiner Wege, / vor seinen Werken in der Urzeit;
in frühester Zeit wurde ich gebildet, / am Anfang, beim Ursprung der Erde.
Als er die Fundamente der Erde abmaß, / da war ich als geliebtes Kind bei ihm. Ich war seine Freude Tag für Tag / und spielte vor ihm allezeit.
Wohl dem, der auf mich hört, / der Tag für Tag an meinen Toren wacht / und meine Türpfosten hütet.
Wer mich findet, findet Leben / und erlangt das Gefallen des Herrn.

Sprichwörter 8,22-23.30.34-35

Quelle: unsplash.com/@allentaylorjr

Ans Spielen kann ich mich noch gut erinnern. Das Wohnzimmer war groß und die orientalischen Muster des Teppichs konnte ich mit meinen Spielzeugautos entlangfahren. Meine Eltern sitzen in meiner Erinnerung auf dem Sofa, lesen in Zeitungen mit schwarz-weißen Fotos und freuen sich darüber, dass ich spiele und mich dabei freue.

Geborgenheit hat die Weisheit bei Gott erlebt und vor ihm gespielt, wie ich dereinst im Wohnzimmer. Geborgenheit ist offenbar eine gute Grundlage, um anderen Menschen gute und richtige Dinge sagen zu können. Die Weisheit hat erlebt, dass sie geliebt wird und Freude hervorruft und das ist ein unbezahlbarer Schatz in harten Zeiten, wenn es keine Freude gibt, um mich herum und in mir.

Ein Kind ist nicht die geborene Unschuld. Ab drei Jahren wissen Kinder gezielt Unwahrheiten zu sagen. Und auch wenn sie es nicht wollen: Sie treiben den Blutdruck der Eltern in die Höhe. Und all das potenziert sich und wenn wir selbst die Erwachsenen sind, können wir mit unserem Spiel kaum jemanden mehr erfreuen. Umso wichtiger wahrscheinlich, sich an das Spielen zu erinnern, wenn wir uns am liebsten die Decke über den Kopf ziehen wollten vor Scham oder Schuldgefühl.

Lass Dir von der Weisheit erzählen die vor Gott spielte. Gott selbst wird doch selbst ein Kind – das erwarten wir im Advent. Es spielt auf Teppichen oder auf Strohmatten und muss sich nicht verstecken und verhüllt nicht sein Haupt. Im Gegenteil. Erst wenn das Kind gesehen wird, wird es zur Freude. Zur Freude Gottes und zu meiner und deiner Rettung.

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Autor / Autorin

Quelle: Eckert Markus

Markus Eckert

Pfarrer in Oeffingen, Evangelische Landeskirche in Württemberg

Bei Fragen zu den Impulsen wenden Sie sich bitte an: info@advent-online.de