Der Epheserbrief erklärt, wie Christen mit anderen Menschen und Mitgeschöpfen umgehen sollen.
Legt den alten Menschen ab, der in Verblendung und Begierde zugrunde geht, ändert euer früheres Leben und erneuert euern Geist und Sinn! Zieht den neuen Menschen an, der nach dem Bild Gottes geschaffen ist in wahrer Gerechtigkeit und Heiligkeit!
Epheserbrief 4,22-24
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„Werde ein neuer Mensch!“ – Man könnte erschrecken vor dieser Aufforderung. Wenn man an die religiösen oder politischen Umerzieher denkt, die damit schon so viele Mitmenschen gepiesackt haben und es immer wieder tun.
Man könnte erschrecken, aber man muss nicht.
Man kann sich auch wundern und sich freuen, dass so etwas möglich ist.
Wir haben eine faszinierende Gabe, durch die auch ältere Menschen – wie ich – neu werden können: ich schaue meinem Enkel oder einem anderen kleinen Kind ins Gesicht, nehme es auf den Arm, es lacht mich an und ich kann nicht anders: Ich lächele zurück und werde jünger.
Ich glaube, die Kraft der Spiegelneuronen ist mit das Kreativste, was uns der Schöpfer mitgegeben hat. Vielleicht ist Gott ja darum Mensch geworden, Baby. Damit wir erleben können, wenn wir uns Kindern öffnen: Es bleibt nicht nur ein Wunsch, neu zu werden. – Ich kann es wirklich! Das ist wohl so, weil jedes neue Kind ein Ebenbild des kleinen Jesus ist. Und ich kann als Älterer dem erwachsenen Jesus nacheifern und ein Freund der Menschen und der Erde sein.
Für Hannah Arendt, die jüdische Philosophin, ist diese Erfahrung, dass Menschen neu werden können, die Basis des Lebens. Leben ist seinem Wesen nach ‚geburtlich‘: „Der Mensch wurde geschaffen, damit ein Anfang sei,“ schreibt Hannah Arendt. „Dieser Anfang ist immer und überall da. In jeder Geburt: Dass man in der Welt Vertrauen haben und dass man für die Welt hoffen darf, ist nirgends schöner ausgedrückt als in den Worten: ‚Uns ist ein Kind geboren‘.“

