Zum König hinken
Wer hinken muss, kommt nicht gut voran. Das gilt gleich im doppelten Sinn: Als Hinkender bin ich tatsächlich langsamer. Als Hinkender...
An jenem Tag - Spruch des Herrn – / will ich versammeln, was hinkt, und zusammenführen, was versprengt ist, / und alle, denen ich Böses zugefügt habe.
Ich mache die Hinkenden zum (heiligen) Rest / und die Schwachen zu einem mächtigen Volk. Und der Herr wird ihr König sein auf dem Berg Zion / von da an auf ewig.
Ich mache die Hinkenden zum (heiligen) Rest / und die Schwachen zu einem mächtigen Volk. Und der Herr wird ihr König sein auf dem Berg Zion / von da an auf ewig.
Micha 4,6-7

Wer hinken muss, kommt nicht gut voran. Das gilt gleich im doppelten Sinn: Als Hinkender bin ich tatsächlich langsamer.
Als Hinkender fühle ich mich aber auch gehandicapt, leide innerlich unter meiner Schwäche und bin so ausgebremst.
Hinken kann ich aus verschiedenen Gründen:
Vielleicht habe ich im vergangenen Jahr zu viel gewollt.
Vielleicht bin ich zu viel gelaufen und jetzt bin ich ausgebrannt, kann kaum noch einen Fuß vor den anderen setzen.
Vielleicht liegt aber auch eine einseitige Last auf mir. Eine Krankheit, eine schlimme Nachricht, die ich verdauen muss, ein Todesfall.
Solche Lasten können uns Menschen in Schräglage bringen. Kein Wunder, wenn wir hinken.
Meist habe ich als Hinkender meinen Blick auf die Beine gerichtet. Dort läuft es ja nicht richtig. Das nimmt mir innerlich den Mut. Wer hinkt, hat es schwer, nach oben zu sehen, nach links oder rechts, woher es Hilfe geben könnte.
Als adventliche Botschaft höre ich heute:
Meist habe ich als Hinkender meinen Blick auf die Beine gerichtet. Dort läuft es ja nicht richtig. Das nimmt mir innerlich den Mut. Wer hinkt, hat es schwer, nach oben zu sehen, nach links oder rechts, woher es Hilfe geben könnte.
Als adventliche Botschaft höre ich heute:
Ein König auf einem Berg will sich der Hinkenden annehmen.
Auf dem Berg Zion – das braucht meinen Blick in die Höhe.
Dann soll ich ihn sehen können, den Gott, der sich mit meiner Not nicht abfindet.
Große Ziele hat dieser Gott. Er will zusammenführen, die versprengt sind. Er will Schwache zu einem mächtigen Volk machen.
Große Ziele hat dieser Gott. Er will zusammenführen, die versprengt sind. Er will Schwache zu einem mächtigen Volk machen.
Und ich staune:
Er kennt die Hinkenden und denkt gerade an sie. Auch an mich, der ich zu viel gewollt habe, zu lange gelaufen bin.
Er denkt an mich, der ich einseitig schwere Lasten tragen muss. Ich darf in seiner Nähe sein, bei ihm, diesem König auf dem Berg Zion.
Das lasse ich zu.
Er darf mich halten.
Autor / Autorin

Dr. Frank Dettinger
Pfarrer in Ditzingen, Evangelische Landeskirche in Württemberg
Bei Fragen zu den Impulsen wenden Sie sich bitte an: info@advent-online.de
