Lichtboten

Impuls für den 15.12.2017

Lasst euch als lebendige Steine zu einem geistigen Haus aufbauen, zu einer heiligen Priesterschaft, um durch Jesus Christus geistige Opfer darzubringen, die Gott gefallen.
Ihr aber seid ein auserwähltes Ge-schlecht, eine königliche Priesterschaft, ein heiliger Stamm, ein Volk, das sein besonderes Eigentum wurde, damit ihr die großen Taten dessen verkündet, der euch aus der Finsternis in sein wunderbares Licht gerufen hat.
Erster Brief des Petrus 2,5.9
 
 
Wie klänge es in unseren Ohren, wenn wir bei nächster Gelegenheit – zum Beispiel bei der nächsten Sonntagspredigt – mit „liebe Priester, liebe Priesterinnen Gottes“ angesprochen würden? Denn das sind wir tatsächlich, da lässt der Text keinen Zweifel. Frauen und Männer, Kinder und Jugendliche mit königlicher und auch priesterlicher Würde, das sind wir. Lassen wir das in unseren Ohren und in unseren Herzen ruhig eine Weile nachklingen.

Priesterin sein, Priester sein – ich bin es nicht allein. Nicht einfach so für mich. Diese Würde, die Gott mir geschenkt hat – sie steht in einem größeren Zusammenhang, ist eingebettet in ein großes Ganzes, ein Netz, eine Gemeinschaft: Ich bin Priesterin zusammen mit anderen, mit dem „Stamm“, dem „Volk“ Gottes. Hiervon bin ich ein Teil, bin zugehörig, im Austausch, im Miteinander, mit anderen vor und nach und neben mir.
Gemeinsam mit den anderen bin ich ausgesät im gleichen Wurzelgrund, im gleichen Nährboden: Als „besonderes Eigentum“ Gottes gehöre ich zu i h m, bin angeschlossen an IHN, die Lebensquelle.

Priesterin sein, Priester sein – ich bin es nicht für mich, sondern immer auch für andere; habe eine Sendung in dieser Welt, einen priesterlichen Auftrag: vom Licht zu erzählen.
Da hilft es, beweglich zu bleiben, um mein Gesicht immer wieder neu ins Licht Gottes zu halten. Es auch am bewölkten Himmel zu suchen. Manchmal mit aller Kraft des Willens und der Seele nach Leuchtpunkten Ausschau zu halten. Wo es geht, den Finsternissen meines Lebens ein ‚Trotzdem’ abzuringen. Um dadurch selbst ab und an zum Glühwürmchen zu werden, das von diesen Lichtfunken und Leuchtspuren – dem Abglanz Gottes in unserer Welt – Kunde tut.
Kurzum: Priesterin
Autor / Autorin
Annette Gawaz

Seelsorgerin für die Pastoralen Dienste, Diözese Rottenburg-Stuttgart

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