
1. Johannesbrief 4, 9+10
Damals in den Kindertagen war ich am Morgen schon beim Aufstehen fiebernd neugierig, rutschte schleunigst aus dem Bett, huschte als erstes zum Kamin, wo wir die Schuhe abends aufgereiht hatten. Der Nikolaustag ist für mich auch heute noch mit begeisterten Kinderaugen verbunden. Ist doch der legendenumrankte Bischof aus Myra von jeher mit Kindern verbunden.
Den Geschichten nach hat er vor allem ihnen geholfen. Er hat das, was er besaß, geteilt, hat solche unterstützt, die unter Armut litten. Ihm selbst ging es gut. Er war in Reichtum hineingeboren und dankbar dafür. Sein Glaube öffnete ihm die Augen für andere, denen es nicht so gut ging. Als Erinnerung an seine Taten gibt es auch heute noch zum Nikolaustag Geschenke - nicht nur für Kinder. Genau wie an Weihnachten. Die Geschenke in dieser Advents- und Weihnachtszeit sind keine kapitalistische Zugabe zu unseren Festen. - Auch wenn der Konsum an vielen Stellen so zentral geworden ist, dass er das Eigentliche der Feste zu überdecken droht. Trotzdem sind die Geschenke grundlegend für Weihnachten. Sie sind Zeichen.
Denn zuallererst schenkt Gott.
Leben. Atem. Begegnung. Chancen und Begleitung. Liebe.
Gott schenkt seine Liebe als Lebensprinzip der ganzen Welt und allen Menschen.
Gott schenkt sich der Welt in einem Menschenleben. Gott nimmt Gestalt an, geht auf menschlichen Wegen, um die Trennung aufzuheben. „Sünde“ ist Trennung von Gott. Abgeschnittensein. Diese Trennung ist aufgehoben, überwunden, überbrückt durch Gottes Liebe.
Geschenk an Weihnachten.
Und deshalb werde ich mich heute aufmachen und einfach kleine Geschenke verteilen. Vielleicht kann ich damit ja kleine Trennungen überbrücken. - Und mich selbst an das Geschenk erinnern, auf das ich mich im Advent mal wieder freuen kann: auf Gottes Liebe, die einfach da ist.

