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Bleiben dürfen

Impuls für den 10.12.2018

Denn so hoch der Himmel über der Erde ist, / so hoch ist seine Huld über denen, die ihn fürchten
So weit der Aufgang entfernt ist vom Untergang, / so weit entfernt er die Schuld von uns.
Wie ein Vater sich seiner Kinder erbarmt, / so erbarmt sich der Herr über alle, die ihn fürchten. (Ps 103, 11-13)
 
Quelle: Quelle: unsplash.com/@jorgereyna
 
„Endlich.“ Jonas atmet auf, nachdem die Tür ins Schloss gefallen ist. Er genießt die Stille. So still ist es nur an Heiligabend. Wenn die „schwierigen Jungs“ das große Haus verlassen haben. Wenn Mutter und Vater Makat für ein paar Stunden nicht „Heimeltern“, sondern seine Eltern sind.

Bei der Bescherung singen sie „Stille Nacht, heilige Nacht…“. Sie singen von der rettenden Stunde, die allen Menschen schlägt, weil Jesus geboren wird. Da klingelt es. Vater Makat öffnet die Tür.

Zwei seiner „schwierigen Jungs“ stehen davor. Einer mit zerrissener Hose, der andere mit einer Schramme im Gesicht. Vater Makat tritt zur Seite. Zögernd kommen die Jungs rein. „Bitte, Vater Makat, … dürfen wir hier bleiben? Mein Vater hat mich verprügelt. Und Max haben seine Eltern gar nicht erst reingelassen.“

Vater Makat nimmt die beiden mit ins Wohnzimmer. Jonas seufzt. Und macht Platz, auch, wenn es ihm schwer fällt. Es klingelt noch ein paar Mal in dieser Heiligen Nacht. Jungs, die was auf dem Kerbholz haben und manche Schramme auf der Seele, kommen dorthin zurück, wo sie bestimmt aufgenommen werden. Die Heimeltern schelten sie oft. Aber genauso oft verzeihen sie ihnen. Wenn ihre Jungs am Morgen Mist machen, ist abends davon keine Rede mehr.

„Wie ein Vater sich seiner Kinder erbarmt, so erbarmt sich der HERR über alle, die ihn fürchten“, heißt es in Psalm 103. Und Jonas versteht: Seine Eltern versuchen es zu machen wie Gott. So gut sie können.
Autor / Autorin
Quelle: Mueller Claudia
Claudia Müller

Diakonin in der Agentur für Privatradio, Evangelische Landeskirche in Württemberg

Bei Fragen zu den Impulsen wenden Sie sich bitte an: info[at]advent-online[dot]de