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Floh im Ohr

Impuls für den 07.12.2018

Stille Nacht! Heilige Nacht!
Gottes Sohn! O! wie lacht
Liebʼ aus deinem göttlichen Mund
Da uns schlägt die rettende Stundʼ.
Jesus! in deiner Geburt!
Jesus! in deiner Geburt!
 
Quelle: Quelle: Pixabay
 
Es gibt zahllose Geschichten, die rund um den Heiligen Abend geschrieben und erzählt werden. Als Kind mochte ich eine mehr als alle anderen.

Die Geschichte stammt von Karl Heinrich Waggerl und berichtet in einer wunderbaren Mischung aus Kitsch, Witz und Tiefgang von einem Floh, der sich in die Krippe Jesu verirrt hatte. Während die Erzengel vor der Geburt eilfertig und aufgeregt die Krippe von allem Ungeziefer befreien, wird der schlafende Floh übersehen. Er erwacht nach der Geburt Jesu und wird durch das aufgeregte Umherschwirren kleiner Engel aufgeweckt, die dem Kinde frische Luft zufächeln. Voller Angst, dass jemand hinter ihm her sei, verbündet sich der Floh mit dem Jesuskind. Er vereinbart mit ihm eine ausgeklügelte Fluchtstrategie und richtet sich das Ohr des Neugeborenen als Startrampe ein. Jesus spricht ihm Mut zu und die Flucht gelingt. Dabei wird das Kind im Ohr gekitzelt und muss lächeln. Daher der Name der Geschichte: Warum das Christkind lächeln musste.

Bei aller Lebkuchenseligkeit finde ich diese kleine Erzählung bis heute nicht belanglos. Sie führt uns ganz nebenbei eine zentrale Botschaft des Evangeliums vor Augen: Jesus verbündet sich mit den Kleinen, Schwachen, Ängstlichen, mit denen, die nirgendwo erwünscht sind und die nicht verstehen, was eigentlich um sie herum los ist. Ihnen gilt das Lächeln des Christkinds.

„O wie lacht Lieb‘ aus deinem göttlichen Mund“ heißt es in der zweiten Strophe von „Stille Nacht“. Das frohe Lachen der Weihnacht, das tief in den Menschen fällt und ihn froh macht, weil er ahnt, was Weihnachten verheißt: Hier und jetzt schlägt meine rettende Stund‘, egal, wie schwach oder hilfsbedürftig ich bin. Meine Rettung nimmt ihren Anfang in der Krippe. Wie beim Floh des Karl Heinrich Waggerl. Nur noch viel besser.
Originalgeschichte finden Sie: (Quellenangabe)
Autor / Autorin

Quelle: Schneider Gerhard

Ordinariatsrat Dr. Gerhard Schneider

Leitung der Hauptabteilung Liturgie (mit Kunst und Kirchenmusik) und Berufungspastoral, Diözese Rottenburg-Stuttgart

Bei Fragen zu den Impulsen wenden Sie sich bitte an: info[at]advent-online[dot]de