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Das Kind schaukeln

Impuls für den 08.12.2018

Herr, mein Herz ist nicht stolz, / nicht hochmütig blicken meine Augen. Ich gehe nicht um mit Dingen, / die mir zu wunderbar und zu hoch sind.
Ich ließ meine Seele ruhig werden und still; / wie ein kleines Kind bei der Mutter ist meine Seele still in mir.
 
Quelle: Quelle: Pixabay
 
Es gibt eine äußere Seite in meinem Leben. Da präsentiere ich mich, bemühe ich mich, eine möglichst gute Figur abzugeben, manchmal auch dann, wenn mir überhaupt nicht danach zumute ist.

Und dann gibt es eine innere Seite in meinem Leben. Die Augenblicke, in denen ich ganz bei mir bin, in mir selbst ruhe. In diesen Augenblicken ist ganz und gar unwichtig, was andere Menschen von mir denken.

Die Außenseite meines Lebens ‚mache‘ ich. Da bin ich aktiv damit beschäftigt, mich möglichst gut gegenüber anderen zu präsentieren. Bei der Innenseite meines Lebens ist das anders. Ruhe und Stille kann ich gerade nicht ‚machen‘, sondern nur zulassen. „Ich lasse meine Seele ruhig werden und still.“ Das bedeutet, Raum zu schaffen in mir. Es bedeutet, Stille zuzulassen. Der Psalm vergleicht dies mit dem Gefühl der Geborgenheit eines kleinen Kindes bei seiner Mutter. Wörtlich steht dort „wie ein kleines Kind auf seiner Mutter“. Ich sehe dabei ein Kleinkind vor mir, das im Tragetuch auf dem Rücken seiner Mutter sanft vor sich hingeschaukelt wird.

Das Besondere an diesem Bild ist, dass das Kind voran kommt, obwohl es ganz in sich ruht. Ursprünglich beschreibt der Psalm wohl den Weg einer Pilgerin mit ihrem Kind nach Jerusalem. Übertragen weist er uns auf den inneren Weg durch unser Leben. Wenn wir dabei von Gott getragen werden, können wir innerlich ganz still werden und kommen doch näher an unser Ziel.
Autor / Autorin
Quelle: Heidtmann Dieter
Dr. Dieter Heidtmann

Leiter Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt (KDA) Baden, Evangelische Landeskirche in Baden

Bei Fragen zu den Impulsen wenden Sie sich bitte an: info[at]advent-online[dot]de