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Der alte Mann und das Kind

Impuls für den 21.12.2018

Nun lässt du, Herr, deinen Knecht, / wie du gesagt hast, in Frieden scheiden.
Denn meine Augen haben das Heil geschaut, / das du geschaffen hast, damit alle Völker es sehen:
ein Licht, das die Heiden erleuchtet, / und eine Verherrlichung deines Volkes Israel. (Lukas 2,29-32)
 
Quelle: Quelle: unsplash.com/@victo
 
Neapel sehen und sterben – so sagen die Italiener. Sie betrachten die Stadt dabei als ein auf die Erde gefallenes Stück Himmel. Dabei wird deutlich, dass die Menschen bei ihren vielen Reisen um die Welt, immer wieder auch auf der Suche sind nach dem verlorenen Paradies, nach dem Stück Himmel, wo alles heil und gut ist. In uns Menschen steckt eine tiefe Sehnsucht danach, wieder eins zu sein mit Gott und seiner Schöpfung. Dieser Wunsch nach Heil und Rettung ist es auch, der Simeon antreibt.

Als ich ein Kind war, habe ich mir die Szene im Tempel immer sehr bildhaft vorgestellt: Ein alter, fast blinder Mann begegnet dem kleinen Jesus-Kind. Ich könnte heute nicht mehr sagen, was mich zu der Annahme brachte, Simeon sei blind gewesen. Aber noch heute scheint es mir eine innere Logik zu haben. Wie viele andere Juden erwartete Simeon in einer schweren Zeit ein Eingreifen von Gott, der seinen Messias sendet. Als er an diesem Tag vom Heiligen Geist in den Tempel geführt wird und dort Jesus und seine Eltern trifft, erfüllt sich die Verheißung: Simeon begegnet dem Heil der Welt. Der Heiland selbst tritt in sein Leben. Und spannend ist doch: er erkennt ihn sofort! Ohne Zweifel sieht er in dem kleinen Kind den Retter der Welt, die Augen gehen ihm auf in der Begegnung mit Jesus.
Beim Lesen spüre ich fast, wie das Licht in ihm Einzug hält und ihn in seinem Lobpreis von innen erleuchtet. Simeon hat die Erfüllung seines Lebens gefunden!

Und ich? Worauf richtet sich meine Sehnsucht? Woher kommt für mich Heil? Was oder wer erhellt mein Leben?
Autor / Autorin
Quelle: Anja Dörner
Anja Dörner

Pastoralreferentin Erzdiözese Freiburg

Bei Fragen zu den Impulsen wenden Sie sich bitte an: info[at]advent-online[dot]de